Meine Pressestimmen und Fernsehbeiträge

 

Zeitung Delphin Netzwerk September 2011:

Delphin Netzwerk 2011

Delphin Netzwerk 2011


 

RP (Mönchengladbach) am 27. August 2011:


Zeitschrift Hindenburger, Ausgabe Juli 2011:

Hindenburger Juli 2011


Zeitschrift Hindenburger, Ausgabe Mai 2011:

Hindenburger Mai 2011


Rheinische Post Mönchengladbach am 25. März 2011 (Bericht über Fachkreis Therapiebegleithunde):

RP 25.3.2011


 

Zeitung Ergotherapie und Rehabilitation im Februar 2011:

"Ergotherapie mit dem Medium Pferd"

Ergotherapie mit dem Medium Pferd


 

Komplette Studie "Wirksamkeitsanalyse Therapie mit Pferd" 2010:

Studie- Ergotherapie mit dem Medium Pferd


 

Zeitung Delphin Netzwerk im Oktober 2009:

 

Tierisch gute Therapeuten

Insgesamt 11 vierhufige Kollegen unterstützen die Ergo- und Diplom- Reittherapeutin Jutta Junker bei ihrer Arbeit mit körperlich und geistig, sowie psychisch eingeschränkten Patienten. Der Einsatzbereich ist sehr vielseitig: Dieser fängt an bei Konzentrationsstörungen und Selbstwertgefühlmangel oder Ängsten, geht über Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Schlaganfallpatienten oder Autisten und Menschen mit geistiger Behinderung.

Im Unterschied zur „Hippotherapie“ (Krankengymnastik auf dem Pferd) bietet die Reittherapie vielfältige Möglichkeiten, um nicht nur körperlichen Defiziten „auf die Sprünge“ zu helfen, sondern auch die sozio- emotionalen Aspekte mit zu fördern.

Die dritte Variante – das „Heilpädagogische Reiten oder Voltigieren“- wird in der Regel in Gruppen mit dem Schwerpunkt Verhaltensproblemen durchgeführt.

Die Praxis Junker bietet sowohl die Reittherapie als auch das Heilpädagogische Reiten an.

 

Die Therapie mit ausgebildeten Ponys stärkt die Körperwahrnehmung, Koordination, Beweglichkeit, Orientierung, Sensibilität, Selbständigkeit sowie das Selbstbewusstsein der Patienten. Neben dem Reiten mit gezielt ausgewählten Übungen und Spielen werden sämtliche Aktivitäten rund um das Pferd wie Saubermachen, Streicheln und Füttern in die Behandlung mit einbezogen. „Der Energiefluss, die Wärme, Unvoreingenommenheit und das unglaubliche Einfühlungsvermögen der Tiere steigert die Konzentration und schafft Vertrauen“ erklärt Jutta Junker. Ein Beziehungsaufbau zu dem eingesetzten Tier ist immer Grundlage der Therapie.

Hauptklientel für die Reittherapie in der Praxis Junker sind Kinder. Das sechsköpfige Therapeuten- Team hat sich darauf eingestellt und viele Übungen und Spiele entwickelt bzw. adaptiert, die die Kinder in ihren Schwächen optimal unterstützen und Defizite aufarbeiten. Es werden viele Medien eingesetzt wie z.B. Ringe, Reifen, Bälle, Sandsäckchen, Tücher, Hanteln, Stangen, Planen, Fingerfarben, Würfel, Holzbuchstaben oder Therabänder. Je nach dem, wo die Schwierigkeiten bei den kleinen Patienten liegen, werden diese gezielt in die Therapie eingebracht.

Das siebenjährige Mädchen Lisa war zum Beispiel sehr kontaktscheu, mochte nie etwas anfassen, liebte aber Tiere über alles. Nach einigen Therapieeinheiten konnte sie ihre Handschuhe, die sie immer vorsorglich trug, ausziehen und ihr Pony Kalle mit den Fingerspitzen berühren. Sie hatte Vertrauen zu ihm gefasst und wollte ihn nun mehr berühren. Durch diese Motivation ist es gelungen, ihre taktile Defensivität angehen und abbauen zu können. Den krönenden Abschluss bildete das Anmalen des Ponys mit Fingermalfarbe.

 

Neben motorischen Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts, der Körperwahrnehmung oder Koordination - wie Slalom oder rückwärts reiten, Klatschverse durchführen und Ringe angeln, sich auf das Pferd legen und tragen lassen oder mit Fingerfarbe auf das Pony malen - werden auch Spiele wie Memory oder Wortketten bilden, Wege durch Labyrinthe finden und das Nachlegen von Wörtern oder das Lösen von gewürfelten Rechenaufgaben durchgeführt. So finden auch Kinder, die sich in der Schule verweigern, wieder Spaß an Schulsachen und sind viel motivierter zu lernen, um beim nächsten Therapie- Besuch wieder ein paar Worte mehr dem Pony vorlesen zu können.

„Der kleine Nick bringt seinem Pony Fino zur Zeit das Lesen bei“ so Jutta Junker. Nick liest ein aus Holzbuchstaben gelegtes Wort vor, die Therapeutin geht mit dem Finger mit. Das in der Hand ein kleines Leckerli versteckt ist, so dass Pony Fino seinen Kopf ebenfalls mitbewegt, wissen nur die Therapeutin und Fino. Für Nick ist es ein toller Erfolg: „Ich habe Fino das Lesen beigebracht!“.

 

Auch die geprüften Therapiebegleithündinnen Lotte und Mace werden als Co- Therapeuten in der Ergotherapie- Praxis eingesetzt. Beide haben mit Jutta Junker zusammen eine Ausbildung durchlaufen, die mit einer Prüfung abgeschlossen wurde. Das Wesen und viele therapeutische Fertigkeiten sowie theoretisches Wissen wurden dort abgefragt. Somit sind sie bestens für den Einsatz in der Therapie gerüstet. Sie helfen oft, den ersten Kontakt zu vereinfachen und Vertrauen zu schaffen. Auch das Schaukeln zusammen mit einer der Hündinnen in der Hängematte oder der Therapieschaukel bereitet den kleinen Patienten viel Freude. Bei älteren Patienten ist das Lagern auf dem Hund z.B. von einem spastisch-gelähmten Arm eine große Unterstützung, um Entspannung zu bringen. Natürlich bereitet es auch allen Patienten eine große Freude und regt zur aktiven Bewegung an, wenn der Hund Dinge anbringt, die vorher geworfen wurden.

Feinmotorische Tätigkeiten wie z.B. der Bau von Türmchen mit Leckerlis oder das Auffädeln einer Kette mit Leckerlis, die nachher den wartenden Hunden gefüttert werden können, sind eine weitere Facette der Einsatzmöglichkeiten.

Durch die gute Ausbildung der Hunde ist auch ein Einsatz bei hundephobischen Kindern möglich, wenn der Therapeut die Qualifikation dazu hat.

 

Mehrere Meerschweinchen runden das Angebot der tiergestützten Therapie in der Praxis ab. Diese werden zum Streicheln, Beruhigen, genauem Beobachten oder Abzeichnen (Motivation für Schreibübungen) eingesetzt. Auch kann das Verantwortungsbewusstsein geschult werden, indem ein Patient pflegerische Aufgaben übernimmt. Natürlich kann durch den Kontakt zu den Tieren auch die Taktilität verbessert werden: Rosettenmeerschweinchen oder Glatthaarmeerschweine fühlen sich unterschiedlich an, auch Heu, Stroh, Späne oder Futter können erfühlt werden.

 

Durch ihre Größe haben sowohl Hunde als auch Kleintiere den Vorteil, dass sie mobiler einsetzbar sind und so für mehr Menschen zugänglich sind. Ob ein Besuch im Altenheim oder das Halten und Streicheln auf dem Schoß- beides beruhigt und hebt die Stimmung des Patienten.

 

Natürlich muss bei jedem Einsatz eines Tieres genau beachtet werden, dass es dem Tier dabei auch gut geht. Es eignet sich nicht jedes liebe Tier automatisch als Co- Therapeut. Gezielt ausgewählt und ausgebildet hat man aber verlässliche Partner, die mit nichts zu bezahlen sind! Gut ist es, wenn man verschiedene Charaktere und Größen eines Tieres zur Verfügung stehen hat. So findet man auch für jeden Patienten bestimmt den richtigen Partner.

 

Wichtig: Fragen Sie nach, welche Ausbildungen der jeweilige Anbieter hat und klären Sie ab, ob der Anbieter einen entsprechenden Versicherungsschutz nachweisen kann. Auch die Tiere/ der Stall/ die Unterbringung der Tiere sollte einen gepflegten und guten Eindruck bei Ihnen hinterlassen. Tierärztliche Untersuchungen sowie Impfungen und Wurmkuren (mind. 4x im Jahr) sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Begriff „Reittherapeut“ oder „Therapiebegleithundeführer“ ist nicht geschützt, deswegen könnte sich rein theoretisch jeder so nennen.

 


Rheinische Post Duisburg am 9. Mai 2009 (bericht über Fachkreis Therapiebegleithunde):


Werbering Zeitung im Mai 2009:


 

RP am 19. September 2008:


WZ am 27. August 2008:

Jerry und Larissa

Ein Therapeut auf vier Hufen

HILFE: Jutta Junker und ihre Ponys helfen behinderten Kindern, besser im Alltag zurechtzukommen.

VON NINA WENDT

Es ist ein Moment, der Margit Zweipfennig und Jutta Junker immer wieder die Tränen in die Augen treibt: Larissa hält Pony Jerry am Strick und macht ein paar vorsichtige Schritte. Der kleine Wallach trippelt langsam neben ihr her. Dabei dreht er seinen Kopf in die Richtung des Mädchens, als wolle er fragen: „Alles in Ordnung?“ Dann bleibt Larissa stehen und kuschelt sich eng an Jerry. Die Siebenjährige strahlt über das ganze Gesicht, als sie ihren Kopf an den Körper des Tieres schmiegt. „Die beiden sind ein tolles Team. Da stimmt die Chemie“, freut sich Jutta Junker.

„Emotional sind die Tiere eine tolle Hilfe für die Kinder“

Larissa Zweipfennig leidet an einer muskulären Dystonie, das heißt, an einer Muskelbewegungsstörung, die ihr Gehen und Sprechen erschwert. Seit vier Jahren hilft ihr ein wiehernder Therapeut dabei, besser mit ihrer Behinderung zurechtzukommen.

Einmal in der Woche fährt Mutter Margit mit Larissa zur Ergo- und Reittherapeutin Jutta Junker. Die 29-Jährige wird von drei zweibeinigen und acht vierbeinigen Kollegen unterstützt. Bis zu 50 kleine Patienten lassen sich von Junker, ihrem Team und den Ponys behandeln. Die Kinder leiden an körperlichen und geistigen Behinderungen oder psychischen Beschwerden. „Das Reiten tut ihnen körperlich gut. Die Bewegungen der Ponys simulieren gangtypische Bewegungen. Auch emotional sind die Tiere eine tolle Hilfe für Kinder. Sie wirken beruhigend, gehen unvoreingenommen auf die Jungen und Mädchen ein“, erklärt Junker.

Die Mönchengladbacherin ist seit ihrer Kindheit begeisterte Reiterin. 2001 absolvierte sie ihr Ergotherapie-Examen. Danach wollte sie Hobby und Beruf verbinden. Sie schloss eine Zusatzausbildung ab und eröffnete ihre eigene Praxis in ihrem Haus in Winkeln.

Dazu kaufte sie sich acht extra ausgebildete Ponys, die ihr auf ihrem großen Grundstück bei der Arbeit mit den Kindern zur Seite stehen. „Es ist nicht nur das Reiten. Auch die Pflege und der Umgang mit den Ponys gehören dazu“, sagt Junker.

Als Larissa das erste Mal kam, konnte sie kaum laufen

Als Larissa das erste Mal zu Jutta Junker und ihren Ponys kam, konnte sie nicht laufen und schaffte es kaum, etwas in der Hand zu halten. Kaum ein halbes Jahr später machte sie ihre ersten Schritte. Mittlerweile kann Larissa ihren Pony-Freund Jerry selbständig striegeln.

Ganz ohne Sattel klettert sie auf den Rücken des nur einen Meter großen Shetlandponys. Dann stehen kleine Turnübungen oder Spiele auf dem Programm. Besonders Spaß macht es Larissa, wenn sie von Jerrys Rücken aus Ringe vom Zaun greifen und in einen Eimer werfen soll.

„Sie hat tolle Fortschritte gemacht“, freuen sich Junker und Mutter Margit Zweipfennig. Noch werden die Kosten für die Reittherapie (47 Euro pro Stunde) nur zum Teil und im Rahmen der Eingliederungshilfe erstattet. Jutta Junker plant, in Zukunft eine Studie zu veröffentlichen, die den Erfolg der Therapie mit den Ponys wissenschaftlich belegt.

Weitere Infos unter der Telefonnummer MG 57 55 81 7 oder unter www.ergo-junker.de


NRZ am 13. August 2008:

Das neue linke Selbstbewusstsein

Von Hause aus links: Therapeutin Jutta Junker hat die Linkshändigkeit geerbt und zum Beruf gemacht. (Fotos: Friedhelm Zingler)

HELEN SIBUM

MÖNCHENGLADBACH. Jutta Junker ist Links-Lobbyistin, sozusagen. „Etwas mehr Akzeptanz" für ihre Klientel, das wünscht sie sich zum heutigen Weltlinkshändertag. „Es ist ja keine Krankheit", sagt die 29-jährige Ergotherapeutin, die in ihrer Mönchengladbacher Praxis Kindern und Erwachsenen beibringt, den Tücken der Linkslastigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Die Suppenkelle mit Ausguss, das wahrscheinlich rechtskonservativste Küchenutensil der Geschichte, gehört dabei zu den kleineren Problemen.

Über Suppenkellen und Klecker-Malheure könnte man ja noch schmunzeln. Wenn aber Menschen an allen Fronten des Lebens scheitern, weil sie genötigt werden, mit der falschen Waffe ins Feld zu ziehen, dann ist der Spaß vorbei. „Legasthenie, Koordinationsschwäche, emotionale Störungen", zählt Jutta Junker – selbst Linkshänderin – die Folgen erzwungener Rechtshändigkeit auf und berichtet von einer Patientin Anfang 30. Schon immer hatte sie dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit ihr, sie galt stets als schusselig, war schlecht im Sport. Kürzlich verstauchte sie sich die rechte Hand und benutzte die linke – eine Offenbarung. Die Frau war im Kindesalter gnadenlos auf rechts geeicht worden.

Immer über Kreuz denken

„Zum Glück wird heute kaum noch aktiv umgeschult", sagt Junker, die zustimmt, wenn die Münchener Psychologin und Linkshänder-Cheflobbyistin Johanna Barbara Sattler die früher übliche Praxis als „massivsten unblutigen Eingriff" ins menschliche Gehirn bezeichnet. „Man muss immer über Kreuz denken", sagt Jutta Junker, die eine Zusatzausbildung als Feinmotorik-Therapeutin abgeschlossen hat und damit höchst gefragt ist. Denn noch immer kopieren Kinder die Rechtshändigkeit ihres Umfelds und leiden dann in der Schule – bisweilen so arg wie der kleine Patient, der sich in seiner Klasse ausgegrenzt fühlt, kaum Selbstbewusstsein hat. „Da entstehen wirklich soziale Probleme."

Diese Kinder motiviert Junker mit ihrer Lieblingsformel: „Du bist mit der rechten Hand viel geschickter als ein Rechtshänder mit der linken." Rechtshänder sein ist bequem. Vielleicht stammt daher das Bild des besonders intelligenten Linkshänders. Albert Einstein, Michelangelo, Leonardo da Vinci – alles ehrbare Linkshänder (siehe Bildergalerie oben). Ob sie nun einen überdurchschnittlich hohen IQ hatten oder nicht: Sie waren gedanklich flexibel, wussten sich möglicherweise als Außenseiter zu behaupten.

Zur Außenseiterposition rät denn auch Jutta Junker, hat sie einmal die Linkshändigkeit diagnostiziert, ihren kleinen Klienten: Such dir im Klassenzimmer einen Platz am Rand. Außerdem arbeitet sie mit den Kindern, die beim Schreiben zu üblen Verrenkungen neigen, an Haltung und Konzentration, gibt Hilfsmittel an die Hand. Das Lineal zum Beispiel, auf dem die Zahlenleiste rechts anfängt, weil Linkshänder von dort den Strich ziehen. Den Füller, der so geschliffen ist, dass man ihn übers Blatt schieben kann, wie Linkshänder es tun. Nicht alles muss auf links gemacht sein, meint Junker, Computer-Tastaturen etwa findet sie verzichtbar. Füller und Lineal aber seien Garanten dafür, dass auch Linkshänder gern zur Schule gehen. „Oft gibt es schon vorher eine Abwehr gegen das Schreiben."

Wenn „linkisch" keine Beleidigung mehr ist

Jutta Junker hatte Glück. Ihre Eltern erkannten schnell, dass die Kinder die Linkshändigkeit der Oma geerbt hatten. Während die Ergotherapeutin den großmütterlichen Gruß quasi zum Beruf machte, muss ihre Schwester im Job Hürden nehmen. Als Zahntechnikerin schlägt sie sich oft mit ausschließlich für Rechtshänder konzipierten Apparaten herum. „Es tut sich einiges", sagt Jutta Junker, aber anders als Dosenöffner oder Kartoffelschäler sind viele spezielle Geräte weiterhin nur für Rechtshänder zu haben. Behandlungsstühle für linkshändige Zahnärzte wiederum gibt es schon. Womit klar sein dürfte, dass alle ein Interesse an der linken Mobilmachung haben – spätestens bei der Wurzelbehandlung. Gibt es eigentlich Linkshänder im Cockpit?

Wenn nicht, dann vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren. Vielleicht ist „linkisch" dann auch keine Beleidigung mehr und zwei linke Hände zu haben eine Empfehlung. Vielleicht gibt es dann auch schon viel mehr Linkshänder. Jutta Junker jedenfalls arbeitet fleißig weiter am Linksruck für Deutschland.


Rheinische Post am 19. Juni 2008:

Rheinische Post


Rheinische Post am 29. März 2008:

Stadtpost

Malte und das Zauberpferd

Der 13-jährige Malte ist ein autistischer Junge, voller Ängste und immer bereit zu fliehen. Sobald er den Hof von Reittherapeutin Jutta Junker betritt, ist er ein anderes Kind. Hier trifft er seinen Freund Fino, das Therapie-Pony.

VON INGE SCHNETTLER

Fino ist ein kleines Schlitzohr. Malte auch. Für Malte ist Fino ein Zauberpferd. Und für Maltes Mutter ist das, was sie jeden zweiten Montag am Ende der kleinen Ortschaft Winkeln erlebt, ein Wunder. Der 13-jährige Malte ist ein autistisches Kind. Seit zwei Jahren kommt Elke Bolz mit ihrem Sohn zur Reittherapie. „Es ist unglaublich, welche Fortschritte er hier macht“, sagt sie. Und sie ist ganz sicher, dass Malte ohne die diplomierte Reittherapeutin Jutta Junker und das siebenjährige Connemara-Pony Fino längst nicht so fit und selbstständig wäre, wie er heute ist. Denn ein gravierendes Merkmal seiner Krankheit ist eine extrem überängstliche Reaktion „auf alles“, wie seine Mutter sagt, „vor allem auch auf Tiere.“

Als Malte zum ersten Mal nach Winkeln kam und die Pferde laut wieherten - wie immer, wenn sie Jutta Junker sehen - hatte Malte nur einen Gedanken: „Nichts wie weg!“ Jutta Junker erklärte dem Jungen, dass die Pferde auf diese Art miteinander sprechen. „Da war er halbwegs beruhigt“, sagt sie. Aber es war ein weiter Weg zu dem Malte von heute, der sich sicher und völlig angstfrei durch die Pferdeherde bewegt und der „Chefstute“ Selina auf den Hintern klopft, damit sie ihn vorbei lässt.

Maltes Krankheit wurde bei einer ganz normalen Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Da war er noch keine vier Jahre alt. Und seine Eltern mussten sich damit abfinden, dass ihr Kind an einer schweren Wahrnehmungs- und Verhaltensstörung leidet. „Ich fiel zunächst mal in ein ganz tiefes Loch“, sagt Elke Bolz. Aber dann krempelte sie, wie sie sagt, die Ärmel hoch, und suchte Hilfe für ihren Sohn. Ihr Ziel: ein lachendes, glückliches Kind. „Dazu mussten wir ihm helfen, seine Ängste zu überwinden. Denn wer Angst hat, kann nicht lachen.“

Malte hat den Putzkoffer aus der Sattelkammer und Fino aus seiner Box geholt. Er kratzt die Hufe des Ponys aus, und bürstet sein dichte Winterfell. Dabei erzählt er dem Tier Geschichten. Fino hört aufmerksam zu, und ab und zu schnuppert er mit weichen Nüstern an Maltes Gesicht und an seinen Händen. „Die beiden haben einen ganz engen Kontakt aufgebaut“, sagt Jutta Junker. Malte sagt es so: „Fino ist mein Freund.“ Als Malte vor zwei Jahren zu Jutta Junker kam, war er schüchtern, verängstigt und extrem kontaktscheu. „Er hatte Augen und Ohren wie Antennen, der ganze Junge war permanent in Alarmbereitschaft“, sagt die Therapeutin. „Seine motorischen Fähigkeiten waren sehr schwach entwickelt, er konnte kein Gleichgewicht halten und sich überhaupt nicht konzentrieren.“

Das ist kaum zu glauben, wenn man Malte mit Fino beobachtet. Der Junge führt das Pferd auf den Reitplatz, schwingt sich auf den Rücken und ist in dem Moment der König auf dem Zauberpferd. Sein Gesicht strahlt, ohne Probleme hält seinen Rücken kerzengerade, er schwingt die Arme, so wie Jutta Junker es ihm sagt, nach links und rechts, legt sich auf den Pferdehals, setzt sich wieder auf - und lacht.

„Malte ist glücklich weil er Vertrauen zu sich selbst und in seine Fähigkeiten entwickelt hat“, sagt seine Mutter. „Die Therapiestunde in Winkeln ist sein liebster Termin, den lässt er um nichts in der Welt ausfallen.“ Der 13-Jährige hat inzwischen Fino auf den Putzplatz geführt, er streichelt das Pony, kuschelt sein Gesicht ganz nah an den warmen Körper des Pferdes und verabschiedet sich: „Tschüss, Fino.“ Das Zauberpferd bekommt in Leckerli zum Abschied. Dann verlässt ein fröhlich plappernder Malte die Pferdeherde. Er winkt Jutta Junker zu und klettert ins Auto. Bis zum nächsten Mal.

INGE SCHNETTLER


Hardt Venn (Mönchengladbach) am 21.06.2007:

Rheinische Post

ZDF-Beitrag "Robert" am 01.01.2006:

|> Bericht bei ZDF.de          |> Beitrag anschauen

ZDF Bericht


Rheinische Post (Mönchengladbach) am 21.07.2006:

Rheinische Post

Tierisch guter Therapeut

Labradorhündin Maxi liegt auf dem Terrassenboden. Auf der Seite, alle Viere von sich gestreckt. Ihre dunkelbraunen Augen sind zu müden, schmalen Schlitzen zusammengezogen. Das goldblonde Fell glänzt in der Mittagssonne. Plötzlich erhebt sich Maxi ein wenig schwerfällig und trottet gemächlich in den Flur. Hier macht sie es sich wieder bequem. Alles ganz in Ruhe. Die kühlen dunkelgrünen Bodenplatten im Flur sind ihr wohl doch lieber als die knallheiße Terrasse.

Maxis beruhigende Ausstrahlung ist wichtig für ihren Job. Ergotherapeutin Jutta Junker (27) setzt ihren Labrador nämlich in der hauseigenen Praxis als Co-Therapeuten ein. Die Patienten werden schon bei ihrer Ankunft schwanzwedelnd von der Hündin an der Tür beschnuppert. „Wenn jemand ängstlich ist, halte ich sie natürlich zurück”, sagt Jutta Junker. Seit Karfreitag 2004 lebt Maxi bei ihr und Ehemann Oliver (30). Das Paar hat die Hündin vom Tierschutzverein Retriever in Not übernommen.

Jutta Junker wollte schon lange einen Hund haben. Im Internet sah sie dann Maxis Bild. Dass die Hündin so gut als Therapiebegleithund geeignet ist, zeigte sich erst später. Wie Maxis Vorleben aussah, kann ihr Frauchen nur vermuten. „Ich weiß nicht, wie alt sie ist”, ist die Therapeutin ratlos. „Irgendwas zwischen sechs und neun Jahren.” Wahrscheinlich habe sie ständig in einer sechs Quadratmeter kleinen Hütte gesessen. Als die Junkers Maxi übernahmen, sah man ihr die Qualen an. „Sie hatte keine Muskulatur, Untergewicht und die Zähne waren abgekaut vom Beißen in Gitterstäbe”, erinnert sich die 27-Jährige. Heute ist Maxi wohl genährt und gepflegt.

Jutta Junker hat dem Labrador beigebracht, auf ihre Befehle zu hören und nicht jedem Leckerli hinterherzujagen. Das belohnende Trockenfutter ist wichtig in den Therapiestunden. Leckerli werden zum Beispiel am oberen Ende einer Sprossenwand deponiert. Jutta Junkers kleine Patienten sind dann viel motivierter, hinaufzuklettern.

Natürlich dürfen sie Maxi das Futter später geben. Maxis Anwesenheit wirkt auf die jungen Patienten beruhigend und motivierend. Sie können bei den Übungen für Wahrnehmung, Motorik und Koordination viel besser folgen. „Es ist enorm, wie gerne die Kinder hier her kommen”, freut sich die Therapeutin. Auch bei Schlaganfallpatienten kommt Maxi zum Einsatz. Sie schleckt Leberwurst von Körperpartien oder dient als Bein-Stütze. Das mildert Spastik und dient der Entspannung.

„Der Energiefluss und die Wärme des Tieres helfen den Patienten”, erklärt Jutta Junker. Sie verwöhnt ihre Maxi sehr. Nicht zuletzt, weil die Hündin seit kurzem an Knochenkrebs leidet. „Jetzt hat sie so ein gutes Leben, und dann so was!”, ist ihr Frauchen traurig. Aber Welpe Lotte, von einem seriösen Züchter, steht schon in den Startlöchern für die Nachfolge als Co-Therapeut.

Autor: Nadine Fischer


Rheinische Post (Mönchengladbach) am 12.01.2006:

Rheinische Post

..."Auf dem Rücken der Pferde"

Marco war ein Frühchen und entwickelte sich langsamer als seine
Altersgenossen. Doch durch die Reittherapie von Jutta Junker lernte er schon
nach wenigen Wochen laufen. Wir waren bei einer Stunde dabei.
Ungeduldig rüttelt Marco an dem großen Tor, in der linken Hand trägt
er eine bunte Plastiktüte. Der Zweijährige kann es kaum erwarten, endlich
wieder bei seinen Pferden zu sein. Schließlich musste er wegen Weihnachten
zwei ganze Wochen lang warten. Ein auffordernder Blick in Richtung Mutter
zeigt Wirkung: Marion Mathes schiebt den Riegel zur Seite und führt ihren
Sohn auf die weitläufige Koppel. Die Pferde und Ponys haben bereits
gewittert, dass sie Besuch bekommen. Neugierig traben sie auf die beiden zu
und begrüßen sie freudig. Denn sie wissen ganz genau: Auch diesmal wird
wieder die ein oder andere Leckerei für sie herausspringen.

46 Zentimeter
Marco kam zu früh zur Welt, maß bei seiner Geburt gerade einmal 46
Zentimeter. „Wie viele Frühchen, ist er in seiner Entwicklung hinter seinen
Altersgenossen zurückgeblieben. Er kann nicht richtig hören und darum auch
noch nicht gut sprechen“, erklärt Marion Mathes. Außerdem sei seine
Muskulatur zu schwach, weshalb er große Probleme mit dem Gleichgewicht habe.
Mit Krankengymnastik und Frühförderung habe sie von Beginn an versucht, den
Rückstand aufzuholen. Seit November besuchen sie nun einmal pro Woche die
Ergo- und Reittherapeutin Jutta Junker in Winkeln.

Stürmisch begrüßt Marco jedes einzelne Pferd, streicht ihnen furchtlos
mit der Hand über Rücken und Mähne. Inmitten der kleinen Herde erblickt er
schließlich seine Therapeutin. Zusammen machen sie sich auf den Weg zum
Gartenhäuschen am anderen Ende der Koppel. Marco braucht keine Anweisungen,
er kennt sich aus. Aus dem Regal nimmt er das blaue Halfter und die Kiste,
die mit der Aufschrift „Tom“ versehen ist. Zielstrebig steuert er auf das
kleine Shetland-Pony zu und bürstet sorgfältig sein braunes Fell. Auch die
Hufe kann Marco schon fast alleine sauber machen, lediglich das Bein des
Tieres muss Jutta Junker ein wenig anheben. „All dies ist Teil der
Behandlung“, erklärt die 27-jährige Reittherapeutin. Der Umgang mit den
Pferden mache die Kinder mit dem gesamten Umfeld vom Streicheln über das
Saubermachen bis hin zum Füttern vertraut und lehre sie,
verantwortungsbewusst zu handeln. Der krankengymnastische Teil der Therapie
spielt sich auf dem Rücken der Pferde ab. „Hierbei nehmen die Kinder die
Schwingungen und Muskelbewegungen der Tiere unmittelbar wahr“, sagt Jutta
Junker. Dadurch würden sowohl der Gleichgewichtssinn als auch
Körperwahrnehmung und Sensibilität des Patienten gestärkt.

Dass dem wirklich so ist, zeigt der Fortschritt, den Marco in nicht
einmal zwei Monaten gemacht hat. „Er ist wie ausgewechselt“, erzählt seine
Mutter stolz. „Seine Angst vor Tieren ist verflogen. Und schon nach vier
Therapiestunden fing er langsam an zu laufen.“

Das stellt Marco sogleich eindrucksvoll unter Beweis. Mit
freudestrahlendem Gesicht springt er in den riesigen Matschpfützen auf der
Koppel herum und scheint erst genug davon zu haben, als Jutta Junker Tom zu
ihm führt. „Jetzt wird geritten“, sagt sie und hebt Marco auf den Rücken des
Ponys. Ein wenig muss sie ihn noch festhalten, ansonsten hält sich der
Zweijährige ganz von alleine gerade. Selbst die kleine Trab-Einlage meistert
er mühelos - und quietscht dabei vor Vergnügen.

Als er wieder festen Boden unter den Füßen hat, sichert sich Marco als
allererstes seine Plastiktüte und zaubert einen ganzen Berg trockener
Brötchen hervor. Tom und die anderen Pferde sollen schließlich für ihre
Arbeit belohnt werden. Die danken ihm für die Leckereien, indem sie freudig
mit den Hufen scharren. Auf Marco kann man sich eben verlassen.

Autor: Sandra Kaiser